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Es gab einen Killer von Mario Kart? Dieser unterhaltsame Rennfahrer wurde zu Unrecht vernachlässigt


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Stand:

Mario Kart Klone sind nicht von großer Beliebtheit, denn das Original bleibt ein Genreliebling. Doch Blur ist eine Ausnahme und ich verrate euch, warum.

Hamburg – Ach ihr dachtet, es geht um Mario Kart? Da muss ich euch leider enttäuschen … oder auch nicht. Ja auch ich liebe Nintendos Rennserie, vor allem mit dem achten Teil auf der Switch haben sie sich den Thron in dem Genre redlich verdient. Dabei vergessen viele Spieler einen ebenbürtigen Konkurrenten, der bedauerlicherweise nie die Aufmerksamkeit bekommen hatte: Blur. Noch nie gehört? Kaum verwunderlich … Ich verrate euch, warum das Spiel so fantastisch und besonders ist, aber unverdient ein finanzieller Flop wurde.

Veröffentlichung in Europa28. Mai 2010
PublisherActivision
TitelBlur
PlattformXbox 360, Playstation 3, Windows
EntwicklerBizarre Creations
GenreRennspiel

Es gab einen Mario Kart Killer? Dieser Fun-Racer wurde zu Unrecht totgeschwiegen

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Das Prinzip hinter Blur: Ich glaube, es gibt nicht allzu viel zum Spielprinzip zu sagen. Aber für alle, die keine Berührungspunkte mit Mario Kart oder Funracern haben: Das Spiel ist ein sogenannter Arcade-Titel, also ein Rennspiel mit übertriebenen, actionreichen Elementen. Zentraler Fokus des Spiels sind die sogenannten Power-ups oder auch Items genannt. Diese fiesen fiktiven „Waffen“, die von den Fahrzeugen im Rennen aufgesammelt werden, bringen euch Vorteile oder können gegen eure Konkurrenz eingesetzt werden.

3 Fahrzeuge im Straßenschlacht.

Dieser Mario Kart Klon ist mindestens so gut wie sein Vorbild und ich verrate euch warum © Activision

Was macht Blur so besonders? Es gibt Dinge, die Blur so verdammt gut macht, sodass man sich berechtigterweise fragt: „Wie konnte das Spiel gegen die Wand gefahren werden?“ Na ja, driften wir lieber nicht ab und machen weiter. Klar kann man den Ideenklau nicht absprechen, aber was das damalige Entwicklerstudio, Bizarre Creations, da aus dem Hut gezaubert hat … ach du heilige Nitrospritzanlage.

  • Der lizenzierte Fuhrpark: Der Actionraser stellt euch 55 lizenzierte Autos in der Garage bereit. Ja richtig gelesen, wir reden immer noch über einen Funracer à la Mario Kart. Von BMW, Audi bis hin zu Renault, Chevrolet bietet Blur die verschiedensten Modelle der Automarken und lässt mein Autoherz höher schlagen. Heute wären solche verrückten Konzepte mit echten Herstellern unvorstellbar. Ich meine, ihr kriegt in Mario Kart niedlich bunte Fantasie Autos, während Blur euch echte Karren hinstellt. Das Geilste: Die Autos besitzen ein Schadensmodell. Verrückt, nicht wahr? Und ja ich schaue auf euch, Forza Horizon, Gran Turismo und Need For Speed.
  • Der Karrieremodus: Während Mario Kart den Fokus auf Mehrspieler legt, bietet Blur auch einen umfangreichen Solomodus. Je weiter man in der Karriere kommt, desto schwieriger werden die Rennen. Dafür winken euch schnellere Flitzer. Durch sogenannte „Fans“, die man während eines Rennens für bestimmte Aufgaben und Fahrmanöver bekommt, schaltet man weitere Autos frei. Blur kann Spuren von NFS Most Wanted enthalten: Es gibt insgesamt neun Champions. Am Ende jedes Events gilt es, den Champion zu einem Duell herauszufordern. Habt ihr den Champ in die Parklücke zurechtgewiesen, erhaltet ihr den Boliden vom Rivalen und eine Modifikation. Letzteres verstärkt den Effekt von Power-Ups.
  • Der Still lässt Underground neidisch werden: Unterbodenbeleuchtung kann nur NFS Underground? Pah dann schaut euch mal Blur an. Das berauschende Geschwindigkeitsgefühl, der sich passend zu der ganzen Neonthematik des Spiels ergänzt und einen adrenalingeladen nach vorne peitscht, ist einfach schweißtreibend und brachial! Durch das große Effektfeuerwerk leuchten die nächtlichen Rennen in verschiedenen Farben auf. Hier ein paar Items, da ein paar Crashes. Ja, das Artdesign ist verdammt sexy. Da muss man Bizarre Creations loben, dass sie so einen starken und selbstbewussten Stil durchgezogen haben.

Ein Nissan 360z im Renneinsatz.

Da fliegt die zielsuchende Rakete an dem Nissan 360z vorbei. © Activision
  • Der Splitscreenmodus: Könnt ihr euch an die alten Tage zurückerinnern, wo man zu Freunden gegangen ist und gemeinsam auf einem Bildschirm gegeneinander gezockt hat? Natürlich durfte nur der Gastgeber den besten Controller bekommen. Das mag für den einen oder anderen, was Kleines oder Irrelevantes sein, aber in der heutigen Onlinezeit ist es alles andere als selbstverständlich. Kaum ein Rennspiel bietet einen Splitscreenmodus geschweige denn einen 4er-Splitscreen. Und genau das serviert euch Blur. Ich will mehr Couch-Multiplayer mit Freunden haben!
  • Die internationalen Schauplätze: Zudem wird Blur mit unzähligen Strecken aus aller Welt geschmückt. Die frei erfundenen Kurse, die sich an ihren Vorbildern orientieren, reichen von New York bis Barcelona, von Tokio bis L.A. Bizarre Creations trifft den Vibe der Schauplätze sehr gut und die Auswahl bleibt dabei sehr abwechslungsreich.
  • Das Sounddesign ist die halbe Miete: Ein schlechter Soundtrack bei einem Rennspiel ist sowas wie kein Öl im Getriebe. Ein Fall für die Werkstatt! Blur punktet sehr stark mit der akustischen Untermalung. Die Musik fügt sich dem Stil des Spiels hervorragend hinzu. Die für das Rennspiel extra komponierten Elektrosounds versetzen mich in Ekstase. Fühlt sich ein bisschen, wie ein Drogentrip an. Hört euch bitte das „Main Menu Theme“ von Blur an.
  • Die Strategie hinter den Power-Ups: Zwar ist das Prinzip mit den Power-Ups im Grunde das Gleiche wie bei Mario Kart, aber die Nuancen machen den besonderen Unterschied. Während ihr bei Nintendos Funracer durch zufällige Itemboxen durchfahrt, könnt ihr euch in Blur gezielt für ein bestimmtes Power-Up entscheiden. Die Itemboxen zeigen euch schon auf der Strecke, was ihr bekommen werdet. Zudem könnt ihr bis zu 3 Items halten und frei zwischen ihnen hin und her wechseln. Dadurch bekommt das Gameplay eine strategische Tiefe und erinnert an Mario Kart Double Dash.

Blur wurde zu Unrecht ignoriert – Gibt der Perle eine Chance!

VIDEO: Die besten und schlechtesten MARIO KART Klone!
AKIDO

Warum Blur zum Grabe getragen wurde: 2010 erschien Blur fast zeitgleich mit dem Actionracer Split Second. Letzteres erinnert an frühere Burnout Teile aus dem Hause EA. Blur und Split Second haben sich mit der Releaseüberschneidung keinen Gefallen getan. Also musste ich, mit meinen zarten 13 Jahren für eines der beiden Spiele entscheiden, denn Kohle für 2 Games hatte ich nicht. Pff, davon hätte ich nur träumen können.

Zudem kam Blur von dem Spieleentwickler Bizarre Creations. Das ehemalige Entwicklerstudio war vorher für die sehr gute Arcade-Sim-Reihe „Project Gotham Racing“ exklusiv für Microsofts Xbox verantwortlich. Nach dem Vergnügen mit Microsoft wurde das Entwicklerstudio von Activision aufgekauft. Durch die Zusammenarbeit entstand nicht nur Blur, sondern auch ein Uncharted-Verschnitt namens James Bond 007 Blood Stone. Da sich die Spiele miserabel verkauften, machte Activision die Schotten für Bizarre Creations dicht.

Ein VW Scirocco im Renneinsatz.

Ein VW Scirocco im Effektregen. © Activision

Sogar eine Fortsetzung war geplant: Auch ein zweiter Teil war in der Mache. Jahre später kursierten im Netz Leaks von einem Dev-Build zu Blur 2. Also es war nicht nur in der Planung, die Entwickler haben sogar 4 Monate lang an dem Konzept gearbeitet, bis Activision den Stecker gezogen hatte. Klar, wenn sich ein Call of Duty besser verkauft, warum sollte man ein kommerziell geflopptes, aber gutes Spiel weiter fortführen. Mein Gamerherz blutet … dazu empfehle ich euch das Video von AltF4Games auf YouTube:

Gibt dieser Rennspielperle eine letzte Chance: Wenn ihr auch mal in den Genuss dieses Leckerbissens kommen wollt, dann kramt eure Xbox 360 oder Playstation 3 raus. Aufgrund der ausgelaufenen Autolizenzen ist Blur leider nicht digital erhältlich. Einzige Möglichkeit: Eine physische Disk-Version auf eBay oder Co. ergattern. Dieser Aufwand lohnt sich allemal, denn Blur ist ein sehr ausgefallenes Stück Software. Damals bewarb sich das Spiel, als einen „erwachsenen Funracer“ und der Trailer dazu ist genial. Wenn ihr also mal eine Abwechslung zu Mario Kart haben wollt, dann schnuppert mal in Blur hinein, denn es ist mehr als nur eine billige Kopie. Vertraut mir es lohnt sich!

Ihr wollt noch mehr Meinungen zu Spielen? Dann schaut hier vorbei: Das beste Pokémon-Spiel gehört nicht zur Hauptreihe und ihr könnt mich nicht vom Gegenteil überzeugen oder Zwischen Hollywood-Glanz und B-Movie-Charme: The Movies – eine vergessene Spieleperle.

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Sources


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Author: George Bartlett

Last Updated: 1702473121

Views: 914

Rating: 4.7 / 5 (54 voted)

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Name: George Bartlett

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